Termin:
19.04.2011, 15.00-19.00
Ort:
vor dem Sächsischen Landtag,
Bernhard-von-Lindenau-Platz 2, Dresden
Thema:
Entwicklung der sächsischen Kulturräume
Ablauf:
15.00 Beginn
15.10 Eröffnung durch Blechblasensemble der Orchester
unter der Leitung von E. Schreyer (2 Stücke)
15.25 Begrüßung durch Katharina Lattke
15.30 Redebeitrag von Roland Vetters (Landesbühnen)
15.40 Blechblasensemble der Orchester
unter der Leitung von E. Schreyer (2Stücke)
15.55 Redebeitrag von Burkhard Naumann (Junge GEW)
16.05 Redebeitrag von Sören Körner (Neue Elbland Philh.)
16.15 Landesbühnenensemble + Gäste
unter Leitung von M. Carulli
16.30 Redebeitrag von Prof. Manos Tsangaris (Komposition)
16.40 Sambagruppe unter Leitung von Jörg Ritter
bis 19.00 offenes Forum der Teilnehmer
KULTUR [lat. cultura "Bebauung", "Pflege", "Verehrung", von colere "bebauen", pflegen", "verehren"].
Die Bedeutung des Wortes Kultur, übersetzt man es wörtlich, beinhaltet etwas in der menschlichen
Natur tief verankertes, nämlich das Bedürfnis etwas zu schaffen, sich damit zu beschäftigen und es nicht zuletzt zu schätzen und im besten Fall für das eigene Tun
geschätzt zu werden.
Es ist leicht zu verstehen, was Kultur für den Menschen bedeutet - für Dresden und seine Bürger beinhaltet dieses Wort aber noch mehr: Tradition, Bildung und
Verantwortung.
Viele Generationen vor uns haben das geschaffen und gepflegt, was wir heute als "europäische Kulturmetropole", wie es auf der städtischen Internetseite heißt,
wahrnehmen und schätzen.
Diese Wertschätzung wird aber in diesen Tagen wieder einmal in Frage gestellt.
Wie der Rektor der Hochschule für Musik Dresden, Prof. Ekkehard Klemm in seinem öffentlichen Brief an die Landesregierung sehr treffend formulierte "stehen [wir]
irritiert und fassungslos vor den drohenden Einsparungen, Kürzungen und Fusionen."
Aktueller Anlass sind die geplanten Umstrukturierungen bei dem Orchester der Landesbühnen Sachsen und der Neuen Elbland Philharmonie. Beides Orchester mit Tradition
und Geschichte.
Die Landesbühnen Sachsen haben als zweitgrößtes Reisetheater ein Wirkungsfeld, welches das Stammhaus in Radebeul, die Felsenbühne Rathen, Konzerte im Zwinger und zahlreiche Gastspiele inner- und außerhalb Sachsens umfasst. Darüber hinaus ist die Kooperation mit der Singakademie, dem größten Laienchor Sachsens, zu erwähnen.
Die Neue Elbland Philharmonie, als Sinfonieorchester mit Sitz in Riesa, wird neben der Aufgabe eine Vielzahl von Konzerten im Kulturraum Elbtal - Sächsische Schweiz - Osterzgebirge zu spielen, ein enormer Bildungsauftrag zuteil. Es gibt Schüler- und Familienkonzerte und das Zusammenwirken mit regionalen Kirchenchören.
Zur Diskussion steht nun die Zusammenführung beider Orchester und der damit verbundene Stellenabbau. Dieser Schritt wäre allerdings weit entfernt von jeglicher "Sicherung kultureller Ressourcen", wie es im Kulturleitbild der Landeshauptstadt Dresden, aus dem Jahr 2004, heißt.
Denn was nützen uns kulturträchige Bauwerke und Spielstätten, wie Zwinger, Semperoper und Frauenkirche, wenn diese irgendwann nicht mehr bespielt werden können?
Da wir davon ausgehen müssen, dass die Landesregierung nach drastischen Einsparungen dieser Art auch in den kommenden Jahren vor weiteren Kürzungen nicht zurückschrecken wird, müssen wir dem nun Einhalt gebieten.
Wir als Musiker fordern Unterstützung!
Wir als Kulturinteressierte fordern für uns und folgende Generationen die Erhaltung kultureller Bildung und bestehender Angebote!
Diese sind nicht nur ein Teil der Dresdner Identität - sie sind schließlich auch ein wesentlicher "weicher" Standortfaktor Sachsens!
Ob Klassik oder Popularmusik - wer aufhört zu fordern, hat verloren!
Wer aufhört zu fördern, auch!
Denn Förderung braucht Engagement, Engagement braucht Ambition und
Ambition braucht einfach mal "ein bisschen Arsch in der Hose"!
In Zusammenarbeit mit dem StuRa der Hochschule für Musik, den
Landesbühnen Sachsen, der Neuen Elbland Philharmonie und vielen weiteren
Ensembles, rufen wir euch auf: Beteiligt euch an der Kundgebung vor dem Sächsischen Landtag am 19.April, Beginn 15Uhr!